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Der Sloughi, Jäger aus »Berufung«

Der Sloughi ist von seiner Tradition her der edle Jagdgefährte des Beduinen. Von quadratischer Körperform mit tiefer, geräumiger Brust bei aufgezogener Bauchpartie ist er besonders hochbeinig und hat gesunde kräftige Füße. In richtiger Kondition ist er trocken wie das arabische Vollblutpferd. Sloughis zeichnen sich durch ihre gesunde Konstitution aus, sie sind trotz ihrer Feinheit kraftvoll, zäh und robust. Ihre Vitalität, Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit sicherte ihnen Jahrhunderte lang das Überleben unter den extremen Bedingungen karger Wüsten und Steinhügelregionen. (Literaturnachweis: Windhunde – Expertenrat für den Hundehalter)

Das Exterieur des Sloughis ist kein Zufallsprodukt, sondern eine jahrhunderte, ja jahrtausende alte gezielte Selektion, um einen perfekten, seiner Umgebung angepassten Jagdhund zu erhalten. Einer Umgebung, die angesichts ihres Wildbestands (Hase, Gazelle, Schakal…) und ihrer klimatischen und geografischen Bedingungen einen reaktionsschnellen, ausdauernden Jäger mit hohem Geschwindigkeitspotential benötigte. Der Sloughi sicherte die Fleischversorgung seines Besitzers schon lange bevor Handfeuerwaffen ihren Einzug in diese Regionen machten, dies forderte eigenständiges Entscheiden und Handeln der Hunde, die oft weit von ihren Herren entfernt das Wild verfolgten. Der Sloughi bewachte auch schon immer Haus und Hof, seine Existenzberechtigung erfuhr er aber ausschließlich durch seine Perfektion bei der Jagd. Hunde, die diesen Anforderungen nicht gewachsen waren, war kein langes Leben beschert. Die harten Lebensbedingungen für Mensch und Tier erlaubten es nicht, einen unnützen Fresser durchzufüttern.

Die seit wenigen Jahrzehnten existierende Zucht in Europa änderte nicht viel am Wesen der passionierten und selbständig agierenden Jäger, zumal immer wieder auf Tiere aus den Ursprungsländern zurückgegriffen wird, um den genetischen Pool zu erweitern. Besonders stolz wird ein Wurf mit »echtem Marokkoblut« angekündigt oder vorgestellt.
Einen Sloughi in unseren Regionen zu halten, bedarf einiger Kompromisse und einer großen Portion Flexibilität. Unsere dicht besiedelte und von Straßen durchzogene Landschaft bietet einem so schnellen und ausdauernden Jäger keinen Spielraum. Zumal beobachtete Wilderei mit Geldbußen von mehreren tausend Euro und schlimmstenfalls den Abschuss des Hundes zur Folge hat.

Es ist ein Irrglaube, seiner Jagdpassion entgegenwirken zu können, der Sloughi lebt und identifiziert sich mit und durch die Jagd. Und über kurz oder lang wird er seiner Leidenschaft nachgehen und sie werden machtlos daneben stehen. Und es ist ebenso ein Irrglaube, dass ein Sloughi ausschließlich auf Sicht jagt und man sich dies zu Nutze machen kann. Alle unsere Hunde gehen auf Fährte oder beginnen zu suchen, wenn der Wind ihnen einen verheißungsvollen Geruch zuweht.
Leider erreichen uns immer wieder die traurigen Nachrichten, dass Sloughis, wie auch die anderen Orientalen, schwer verletzt werden, ums Leben kommen oder verschollen bleiben, weil ihre Besitzer einfach nicht einsehen wollen, dass man diese Hunde ab einem gewissen Alter i. d. R. nicht mehr ableinen kann. Wofür vergießen diese Besitzer Tränen, wenn sie ganz bewusst ihre doch so heiß geliebten Tiere dieser Gefahr aussetzen. Uns fällt dazu eigentlich nur Egoismus und Selbstbedauern ein.

Und allen Warnungen zum Trotz, folgt dann der Weg zum Hundetrainer, heutzutage ein Muss, wie Joggen oder Fahrrad fahren, ohne, ist nicht up to date. Zu Trainern, wovon die Meisten wahrscheinlich noch nie zuvor einen Sloughi zu Gesicht bekommen haben, geschweige denn wissen, wie Sloughi geschrieben wird. Trainer, die ihrer Kundschaft das erzählen, was diese hören möchten, schließlich will man ja Geld verdienen, auf Kosten der Hunde Hier wird dann z.B. mit Schleppleinen gearbeitet. Man stelle sich vor, was mit einem Hund passiert, der mit 50 km/h und mehr, mit einem meterlangen Seil am Halsband durchs Gelände jagt und diese Leine verfängt sich im Unterholz. Strangulation, Genickbruch oder schwerste Wirbelsäulenverletzungen sind die Folge, oder der Hund hängt fest, kann sich nicht befreien und sie finden ihr Tier nicht wieder. Sie brauchen auch nicht dem Glauben erliegen, sie könnten ihr Tier sichern, indem sie auf die Leine stehen. Zum einen reagiert ein Sloughi in Bruchteilen einer Sekunde, und selbst wenn sie schnell genug sein sollten, können sie auch mit großem Körpergewicht die Leine so nicht sichern, seine Kraft und Antrittsgeschwindigkeit wird ihnen die Leine regelrecht unter den Füßen wegreißen. Wir fragen uns, woher die Trainer, die solches Handling mit einem Orientalen vorschlagen, ihre Lizenz zum Töten eines Windhundes bekommen.

Dann versucht man den Hund mit reiner Handfütterung mehr auf einen zu prägen. Abgesehen von einer für den Organismus völlig ungesunden und unzureichenden Ernährung gerade im juvenilen Alter, wird ein Sloughi seine einfühlsamen Besitzer, auch ohne ständiges Futterzuschieben, auf seine ihm typische Art lieben. Lieben, ohne sich zu unterwerfen und ohne seine Selbständigkeit aufzugeben und ein erwachsener Sloughi wird kaum so ausgehungert sein, als das er sich für ein paar Brocken Trockenfutter von der Verfolgung einer potenziellen Beute abhalten lässt. Im Gegenteil, unsere Hunde haben alle sehr schnell unser Vorhaben bei Lockung mit Futter durchschaut und sich erst recht entfernt.

Auch Elektrohalsbänder kamen und kommen zum Einsatz, für uns die größte Perversion und im Übrigen laut Tierschutzgesetz absolut verboten.

Wir möchten nicht falsch verstanden werden, wir sind nicht grundsätzlich gegen das Training mit Sloughis. Soziales Verhalten, Leinenführigkeit, Grundgehorsam für ein angenehmes Miteinander im Alltag lehnen wir nicht ab. Wie aber allgemein bei Windhunden sind auch beim Sloughi Kommandoton und Dressurhaltung fehl am Platz.

Und warum wird eigentlich mit allen Mitteln versucht dem Hund das abzugewöhnen, was ihn zu dem macht, was er ist. Wir fragen uns, ob der beliebten Rasse Border Collie, dem auch kaum ein Besitzer gerecht werden kann, in der Hundeschule der Hütetrieb abtrainiert wird oder ob hier nicht eher versucht wird, mit Ersatzbeschäftigungen seiner Passion genüge zu tun.

Es kann nicht sein, dass ein Windhund für die Selbstdarstellung seiner Besitzer herhalten muss. Es schick ist, sich mit solch einem edlen Tier in seiner Begleitung zu schmücken, er im Haus von ruhigem, angenehmen Wesen ist, er kaum riecht und sein Haarkleid pflegeleicht ist. Seinen aber weniger bequemen Eigenschaften keine Rechnung getragen wird und man sich nicht die Mühe macht, nach geeigneten Alternativen zu suchen, bzw. sie durchzuführen, weil dies zeitaufwendig oder nicht von Interesse ist. Oder aber das Leben des Hundes aus Uneinsichtigkeit und Fehleinschätzung der Rasse täglich aufs Spiel gesetzt wird.

Leider gibt es immer wieder auch Züchter, die auf die Problematik der Haltung eines Orientalen nicht hinweisen und vielleicht aus verkaufsstrategischen Gründen dem Hund schon fast überirdische Fähigkeiten andichten. Auch wir sind immer wieder aufs Neue von unseren Hunden überrascht, ihrer adeligen Selbstdarstellung, ihrer Beharrlichkeit und ihrem Selbstbewusstsein, ihrem Einfallsreichtum und ihrer Raffinesse, ihrer Körperbeherrschung und Instinktsicherheit. Faszinierende Eigenschaften, beste Eigenschaften für eine erfolgreiche Jagd!

Neuerdings wird auch von mentaler Kommunikation mit dem Tier gesprochen und der Möglichkeit per Gedankenübertragung den Sloughi zurück zu rufen. Und es soll tatsächlich Halter geben, die dies glauben und bestätigen. Wir können dies nur belächeln, aber wahrscheinlich fehlt es uns hier an der eigenen Sensibilität oder die Symbiose zwischen uns und unseren Hunden stimmt nicht. Gut zu wissen, dass auch Uri Geller als einfacher Trickkünstler entlarvt ist.

Wir möchten mit unserer Ausführung niemanden angreifen, wir möchten nur, dass unsere Hunde unbeschadet alt werden. Mit ihrer Geburt übernehmen wir für jeden Einzelnen die Verantwortung, die wir später in die Hände der neuen Besitzer legen, immer in der Hoffnung, dass diese genauso sorgsam und umsichtig damit umgehen und versuchen Schaden von ihnen abzuwenden. Jeder Neubesitzer sollte deshalb vor Anschaffung eines Orientalen seine Interessen und seine Leistungsbereitschaft gründlich überdenken und gegebenenfalls Abstand von diesen Rassen nehmen.
Falls sich doch Jemand persönlich angegriffen fühlt, der möge uns verzeihen, es geht uns ausschließlich um den Schutz und die Unversehrtheit unserer Hunde. Das sind wir ihnen schuldig.

Isabell Gasparini und Cora Nürnberger

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